Qualitätszertifikat von Archivmaterialien

Qualitaetsgarantie-jpg

Die Ausgangsbasis DIN ISO 9706 galt strenggenommen nur für Papiere bis 240 g/m² und es wurden hauptsächlich chemische Eigenschaften reguliert. Die neue DIN ISO 16245 baut auf der Grundlage der DIN ISO 9706 auf. Das heißt, dass bisherige Werte eingehalten werden müssen, die nun jedoch für alle Archivverpackungen gelten:

  • Ligningehalt: Kappawert < 5
  • Alkalische Pufferung: > 2% CaCo3
  • pH-Wert 7,5 bis 10 = Säurefrei

Die Archivverpackung muss laut DIN ISO 16245 zusätzlich folgende Merkmale aufweisen:

Verpackungsmaterial darf generell keine Substanzen enthalten bzw. physikalische Eigenschaften aufweisen, die dem Archivgut schaden könnten.

  • Oberfläche: muss abriebfest und lichtbeständig sein
  • Farbe: ohne optische Aufheller, kein Ausbluten
  • Wasserwiderstand: max. 25 g/m² (innerhalb einer min)
  • Leimung: weichmacherfrei
  • Befestigungsmaterial: Ausschließliche Nutzung von korrosionsfreiem Draht und Nieten
  • Gestaltung: Form und Abmessungen sollen so gewählt werden, dass das Archivgut gut darin verpackt wird und das möglichst wenig freier Raum übrig bleibt.
  • Die Box muss sich mind. 300 x öffnen und schließen lassen, ohne Schaden zu nehmen.
  • Stabilität: Mindestbelastbarkeit 20 kPa

Wir haben unser REGIboard® und unseren Archiv-Solid-Karton von einem unabhängigen Institut testen lassen und die vorgegebenen Prüfkriterien in allen Punkten erfüllt (siehe auch unser Qualitätszertifikat).

Um Ihnen den höchstmöglichen Schutz Ihrer Archivalien sicher zu stellen, wird die Einhaltung dieser Kriterien bei unseren angebotenen Materialien regelmäßig überprüft.

Was für Ihre "normalen" Archivalien von Bedeutung ist, gilt natürlich in gleichem Maße auch für Ihre schützenswerten Fotos, Negative, Dias und Glasplatten. Wir haben unsere dort eingesetzten Archivmaterialien erfolgreich dem so genannten "Photographic Activity Test³ (P.A.T.) des Image Permanance Institut / Rochester Institut of Technology in den U.S.A. unterzogen. Dieser ist das zur Zeit umfassendste sowie weltweit strengste Testverfahren für Aufbewahrungsbehältnisse für photographische Materialien. In simulierten Langzeittests wird in speziellen Klimakammern die Reaktion (Dichteveränderung) von Archivmaterialien auf die photographische Emulsion getestet.

 


 

Alterungsbeständigkeit (des Papiers)

Experten definieren ein Papier als alterungsbeständig ("Frankfurter Forderungen" vom Feb. 1990), wenn es

  • als Natur- oder Streichrohpapier holzfrei, d.h. zu 100% aus gebleichten Zellstoffen hergestellt ist,
  • einen ph-Wert von 7,5 - 9 aufweist und
  • einen Calciumcarbonat-Anteil von mindestens 3% besitzt

Die "Frankfurter Forderungen" sind teilweise in die jetzt gültige internationale Norm DIN ISO 9706 eingegangen. Diese Norm kennt keine Staffelung. Sie fordert

  • holzfrei (Zellstoff von besonderer Güte) oder eine Kappa-Zahl von weniger als 5,0, gemessen wie in ISO 302 beschrieben
  • pH-Wert zwischen 7,5 und 10, wie in ISO 6588 beschrieben
  • einen Calciumcarbonatgehalt von mindestens 2%

Zellulose, die häufigste natürlich vorkommende organische Verbindung ist der Hauptbestandteil fast aller Zellwände von Hölzern und Pflanzen. Unter Zellstoff versteht man einen von Lignin und anderen Einschlüssen, den Inkrusten, fast vollständig befreiten Faserstoff. Er wird aus geschnitzeltem Holz auf chemischen Wege gewonnen. Bei einem Kochvorgang werden die nichtfaserigen Teile wie Lignin und Harz zu 90 % herausgelöst. Daher werden die Begriffe Zellulose und Zellstoff oft synonym verwendet. Die Kappa-Zahl ist ein Maß für die relative Härte, die Bleichbarkeit und den Aufschlussgrad von Zellstoffen. Wie auch andere Methoden zur Bestimmung des Aufschlussgrades, basiert die Ermittlung der Kappa-Zahl auf der Oxidation der Ligninreste. Lignin ist ein molekularer Stoff, der in den Zellzwischenräumen des Holzes vorkommt und ihm seine Festigkeit und seine Belastbarkeit bringt. Der Verbrauch an Oxidationsmitteln (hier Kaliumpermanganat) ist ein Maß für den Ligningehalt. Die Kappa-Zahl ist also eine Bestimmungsmethode für Zellstoff, die Anwendung auf Papier (besonders gestrichene Sorten) ist umstritten. Papiere, die diesen Anforderungen genügen, tragen das Unendlichkeitszeichen 8 - sie werden von den Archivaren künftig grundsätzlich vorgeschrieben.

Die amerikanische Norm für Alterungsbeständigkeit heißt ANSI-Norm Z 39.48. Eine Normung der Deutschen Papierindustrie ist in der DIN-ISO 6738 festgelegt. Diese Norm wurde vom Arbeitsausschuss NPa-AA 21 "Alterungsbeständige Papiere" im Normenausschuss Papier und Pappe ausgearbeitet. Das Zertifikat behandelt in sehr technischer Form die Kriterien, welche ein Papier und Karton erfüllen muss, um der geforderten Lebensdauer-Klasse (LDK) zu entsprechen.

Angewendet werden soll diese Norm vor allem für Papiere und Kartons, die als Informationsträger - z.B. In Form von Schriftstücken und Büchern - nach längerer Lagerzeit in Archiven und Bibliotheken noch benutzbar sein müssen. Diese Norm kann auf holzhaltige, holzfreie und altpapierhaltige Papiere angewendet werden. Die erwähnten Lebensdauerklassen - LDK genannt - werden in der DIN-ISO 6738 wie folgt klassifiziert:

  • LDK 24-85:
    Diese Papiere dürfen alterungsbeständig genannt werden. Sie haben eine Lebensdauer, an die höchste Ansprüche gestellt werden können
  • LDK 12-80:
    Papiere dieser LDK haben eine Lebensdauer von einigen 100 Jahren
  • LDK 6-70:
    Papiere dieser LDK haben eine Lebensdauer von mindestens 100 Jahren
  • LDK 6-40:
    Papiere dieser LDK haben eine Lebensdauer von mindestens 50 Jahren
Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.